Regeländerungen in der NFL

Gestern berichtete Judy Baptista, dass die Besitzer der NFL eine wichtige Regeländerung in den kommenden Tagen beschließen werden. Die äußerst strengen Vorgaben bezüglich verletzter Spieler sollen etwas aufgelockert werden. Bisher galt, dass ein verletzter Spieler pro Mannschaft von der season ending injured reserve zurückkehren kann. Nun darf jedes Team zwei Spieler auf diese Liste setzen. Hört sich nach einem unwichtigen Detail an, hat aber eine enorme Auswirkung. Ein Beispiel: Nehmen wir die Green Bay Packers, die häufig von Verletzungen geplagt werden. Sollten sich Jordy Nelson und Clay Matthews zu Mitte der Saison  schwerer verletzen, so können nun beide, an Stelle von nur einem, auf diese Liste gesetzt werden und nach acht Wochen vorgeschriebener Pause zurückkehren zum Spielbetrieb.

Das Spiel lebt von den Stars, der Martwert der Liga steigt und fällt mit den Stars auf dem Rasen. Es ist daher nur logisch, Spielern eine Rückkehr nach einer Verletzung zu ermöglichen. Fans wollen, besonders während der playoffs, die besten Spieler sehen.

Ich selbst habe auch drei Vorschläge, die ich gerne dem Plenum unterbreiten würde. Als jahrelanger Zuschauer und Fan dieser Sportart würden mich drei Regeländerung erfreuen:

  1. Das Spiel begünstigt den Angriff der Mannschaften. Der Sport wurde durch zahlreiche Regeländerungen sehr passfreundlich. Verteidiger können im Grunde nur reagieren und darauf hoffen, keinen pass interference call zu kassieren. Wenn ich mir Film von Deion Sanders ansehe, habe ich das Gefühl einen anderen Sport zu sehen. Die NFL, ähnlich wie im Fußball, beschließt nicht immer sofort eine Regeländerung, sondern weist die Teams und natürlich die Schiedsrichter an, einen verschärften Blick auf gewisse Prozesse zu legen. Der s.g. point of emphasis könnte hier auf die Passverteidiung gelegt werden. Es sollte wirklich genau betrachtet werden, ob beide Spieler (receiver und corner) die gleiche Chance auf den Ball haben. In so vielen Fällen begehen die Angreifer eine offensive pass interference, die leider kaum geahndet wird.
  2. Seit der Regeländerung in Bezug auf die overtime gab und gibt es zahlreiche Diskussionen. Ich denke, dass eine entscheidende Regeländerung Sinn machen würde und die Chancengleichheit sicherstellen würde: Beide Mannschaften sollten in der overtime das Recht auf Ballbesitz haben. Im letzten Super Bowl hätte das zur Folge gehabt, dass Atlanta noch einen drive zugesprochen bekommen hätte, mit der Möglichkeit das Spiel auszugleichen. Sollte der drive ohne scoring enden (natürlich mind. ein touchdown und extra point) verliert das Team. Sollte ausgeglichen werden, gelten dann die üblichen overtime-Regeln.
  3. Alles sollte per coaches challenge überprüfbar gemacht werden. Warum können Trainer überprüfen lassen, ob ein Spieler einen Ball gefangen hat – aber nicht ein mögliches Foul? Besonders interference calls, holding calls und facemask calls müssen überprüfbar seien. Die Anzahl der challenges bleibt aber alle Entscheidungen oder Fouls, die nicht geahndet wurden, werden überprüfbar gemacht. Auch würden coaches endlich wissen, wann sie ihre Flagge werfen dürfen.

 

Der American Football lebt davon, dass es eine sich ständig hinterfragende Sportart ist. Der Sport muss Chancengleichheit der Teams sicherstellen, sodass der Marktwert weiter steigt. Nichts ist langweiliger als vorhersehbarer Sport. Diese drei Regeländerungen wären ein guter Schritt zu mehr Chancengleichheit. Wir hier beim gfa pod sind gespannt, was die Entscheider letztendlich zulassen werden.

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