Draft 2017 Runde #1 – ein erster Kommentar

Der erste NFL-Draft unter freiem Himmel in Philadelphia folgt dem aktuellen Trend der unerwarteten Ereignisse und Wendungen in der Liga. Wir durften sehr spannende Playoffs erleben, gefolgt von einem unvergesslichen Super Bowl. Die Free Agency verlief völlig unerwartet und ein ehemaliger Superstar der Liga kommt aus dem Ruhestand zurück und spielt noch einmal für seine Heimatstadt. All das scheint nach der ersten Runde des Draft jedoch schon fast vergessen. Diese erste Runde in der vergangenen Nacht hat viele Experten überrascht und manche Fans enttäuscht. Christian hat für den @gfa_pod alles verfolgt und live kommentiert. Danke dafür:

Die Spannung war von der ersten Sekunde an hoch, fast wie beim letzten Super Bowl. Nach dem ersten Pick der Browns, der nicht überraschend war, kam die erste Wendung, der erste Turnover. John Lynch, der neue GM der San Francisco 49´ers, hatte in den letzten Wochen wirklich viele mögliche Szenarien gestreut, was das Team mit dem zweiten Pick machen würde und könnte. Dies muss die Chicago Bears recht verängstigt haben, sodass die Bears einen überzogenen Trade in Kauf nahmen, um schließlich Quarterback Mitch Trubisky zu draften.

Dieser Trade ist in meinen Augen ein großer Fehler. Für Trubisky geben die Bears extrem viel Kapital auf. Und hier kommen wir auch bereits zu den enttäuschten Fans. Die Fans der Bears schienen den Trade und auch den Pick nicht zu mögen. Es bleibt ein sehr hohes Risiko Draft-Kapital dieser Größenordnung für einen Spieler auszugeben, der nicht einmal im College wirklich überzeugt hat. Zudem hat die Vergangenheit gezeigt, dass John Fox der Trainer der Bears nicht bekannt dafür ist junge Quarterbacks zu fördern und zu entwickeln. Seine größten Erfolge hatte er mit erfahrenen Spielern, wie Payton Manning und Jake Delhomme.

Ein kurzer Blick zurück: Die Mehrzahl aller Experten war sich einig, dass Jimmy Garoppolo kein first und second round pick wert sei – take that for data.

Die Fans der Cleveland Browns waren in den vergangen Jahren ebenfalls schwer enttäuscht über den jeweiligen Draft. In diesem Jahr kann nach der ersten Runde bereits von einem Gewinn, gesprochen werden, einer Führung nach dem ersten Quarter. Myles Garrett (DE), Jabrill Peppers (S) und David Njoku (TE), plus einen first-round-pick 2018 sind eine unglaubliche Ausbeute. Seit Sashi Brown das Ruder in Cleveland in der Hand hat scheint gewissenhafter und zielorientierter gearbeitet zu werden. Es wird viel Wert auf einen kontinuierlichen und gesunden Aufbau des Teams gesetzt. Brock Osweiler wurde für Draft-Kapital getauscht (einfach weil Cleveland es sich leisten kann) und auch der Trade im Draft gibt Cleveland einen weiteren Pick in der ersten Runde in 2018. Vielleicht keimen jetzt erneut die Tradegerüchte um Kirk Cousins und Jimmy Garoppolo auf.

Die Underdogs haben viel gewonnen in der ersten Runde. Die Fragen ob John Lynch in San Francisco und Sashi Brown in Cleveland genug Kompetenzen mitbringen für diesen wichtigen Job scheint mit einem klaren „JA“ beantwortet zu sein.

Viele etablierte Teams haben mich weiniger überzeugt. Traurig finde ich den Pick der Oakland Raiders. Mit CB Gareon Conley ziehen sie in der prestigeträchtigen ersten Runde einen Spieler, gegen den der Vorwurf der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung im Raume steht. Auch trotz seiner öffentlichen Bekundungen unschuldig zu sein, wirft es ein schlechtes Licht auf die Liga. Oakland selbst spricht sich von der Verantwortung durch einen Lügendetektortest frei. Aber die Liga spielt hier mit dem eigenen Image. Es geht hier nicht um die Unschuldsvermutung, da die Liga kein Gerichtssaal ist. Es geht vielmehr um die Außendarstellung der NFL. Die Liga hat viel Geld in Kampagnen gegen häusliche Gewalt, gegen Gewalt an Frauen und sexuelle Belästigung ausgegeben. Diesen Kampagnen wird jedoch durch eine solche Story das Fundament entzogen. Die Liga bleibt leider weiterhin ein Ort, an welchem einem Spieler wie Manziel oder nun auch Conley mehr Vertrauen entgegengebracht wird als einem Spieler wie Collin Kapernick.

Weniger traurig, insoweit man nicht Fan der Green Bay Packers Fan ist, war die sehr verhaltene aber kluge Entscheidung der Packers aus der ersten Runde „rauszutraden“. Viele Fans hatten sich T.J. Watt, den jüngeren Bruder von J.J. Watt gewünscht, zumal er aus der Region stammt. Doch die Packers haben hier klug gehandelt, da der Draft so tief ist, dass auch hier Draft-Kapital enorm wichtig werden kann. (und Green Bay verliert nur 4 slots – von 29 auf 33).

Das sind meine ersten Eindrücke vom gestrigen Draft, bzw. dessen erster Runde. Heute geht es weiter und so wie das hier losgegangen ist, werden die nächsten Runden wohl ebenfalls sehr spannend.

Für alle, die alle Infos über den Draft zusammengefasst haben wollen empfehle ich unseren podcast. Am kommenden Sonntag werden wir über den kompletten Draft sprechen und Euch mit allem versorgen was es zu wissen gilt. Wir freuen uns auf Sonntag.

Bis Sonntag!

Christian und Felix

 

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